'Wie oben so unten' und 'wie im Grossen so im Kleinen', das wussten schon die Alten.
Der Lauf der Dinge, die Aeonen, Entstehen und Vergehen von Galaxien, Kulturen und Grashalmen -
alles spiegelt sich wieder und wieder vom Grössten bis ins Kleinste im ewigen Tanz durch Raum und Zeit.
Ein Menschenwesen und sein Leben ist in diesem Sinne nichts weniger als eine Ausführung der Wege der
Schöpfung im Taschenformat.
Das Bild für diese Reise - die archetypische Reise von der Geburt bis hin zur
Wiederauflösung der Form nach getaner Arbeit, dem Tod - schenkt uns die Sonne
im Reigen der Jahreszeiten: im Frühjahr beginnt das Leben zu spriessen und sich
zu zeigen, im Winter zieht es sich zurück und stirbt, nur um im darauffolgenden
Frühjahr wiedergeboren zu werden. Die Sonne geht am Morgen auf und wird am Abend
vom Mistkäfer verschlungen (zumindest in Ägypten; ist aber bereits eine Weile her...). Leben wie wir es kennen vollzieht sich in Zyklen
innerhalb von Zyklen: die Sonne geht auf und unter - ein Tag; Tage summieren
sich zu Jahren, Jahre verrinnen und aeonenlang dreht sich die Erde und wir
drehen uns mit ihr, Milliarden von Menschlein, deren Lebensspanne bestenfalls
Jahrzehnte währt. (Aber wie schon gesagt sind wir ja auch nur die Taschenausgabe.)
Für uns Erdlinge allerdings bewegt sich die Sonne um uns herum, macht uns Tag und Nacht und
die Jahreszeiten. Aus diesen Gegebenheiten unserer irdischen Heimat beziehen wir die Bilder
und Symbole, mit deren Hilfe wir Sinn und Struktur in unser Leben und einfach alles bringen.
Auch wenn wir 'wissen', dass sich die Erde um die Sonne dreht, sagen wir dennoch
"nach Sonnenuntergang" und nicht "wenn sich der Horizont vor die Sonne gedreht hat".
(Hätten wir uns auf der Sonne unser Zuhause gesucht, nun dann wäre es nicht nur wärmer,
wir sähen auch, wie all die Planeten um die Sonne herumwackeln und wenn wir oberschlau wären,
'wüssten' wir ausserdem noch, dass sich die Sonne ihrerseits um etwas herumbewegt und so weiter...)
Das archetypische Bild für den Zyklus des Lebens liefert also die Sonne in ihrer Jahreswanderung,
in ihrem Lauf durch die 12 Sternzeichen, beginnend mit der Geburt des Frühlings, endend mit dem Winter,
Auflösung und dem symbolischen Tod. Aus einer anderen Warte ist es natürlich die Reise der Erde um die Sonne.
Und da wir Menschen einzigartige Schöpfungskleinstausgaben sind, ist es nur recht billig, wenn unser
individueller Lebenszyklus sich symbolisch darstellt in der kleinen Reise der Sonne durch den Tag,
oder aus einer anderen Warte der Drehung der Erde um sich selbst. Diese Drehung um sich selbst
(in 24 Stunden einmal durch den Zodiak gerast) liefert also das Bild für die Matrix innerhalb derer
sich ein Menschenleben entfaltet, das Bild für die Einteilung eines Horoskops in 12 Häuser oder Felder.
Solchermassen sind die Stationen der Grossen Reise, die zwölf Zeichen des Zodiaks, die Bilder für die
Stationen eines Menschenlebens; die Elemente und Qualitäten in ihrer höchst individuellen Mischung die
sich durch den Ort und die Zeit der Ankunft auf unserer Heimat Erde (zumindest in diesem Leben) ergeben.
|